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Ein König sucht sein Reich in der Region Hannover > Der Laubfrosch

Der Laubfrosch | Vorkommen des Laubfrosches in der Region Hannover
 

Vorkommen des Laubfrosches in der Region Hannover
© Text und Abbildungen: Uwe Manzke

In der Region Hannover (ehem. Landkreis und Stadt Hannover) lag einst ein Verbreitungsschwerpunkt des Laubfrosches in Niedersachsen. Der Laubfrosch kam mit wenigen Ausnahmen in fast allen Kommunen in der Region vor.

Mittlerweile gibt es nur noch vier isolierte Restvorkommen in sechs Kommunen. Historische Laubfroschvorkommen sind mit Ausnahme von Barsinghausen, Gehrden und Wennigsen für alle Kommunen der Region Hannover belegt. Bis Mitte/Ende der 1980er Jahre gab es noch Vorkommen bei Stöckendrebber, in Isernhagen, im Stamstorfer Holz, im Bockmer Holz und in der südlichen Wedemark. Diese sind mittlerweile ausgestorben. Es existieren nur noch die vier isolierten Restpopulationen in den Bereichen "Langenhagen - Garbsen - Stöcken", "Ahltener Wald - Burgdorf", "Immensen - Arpke - Burgdorfer Holz - Hänigsen" und "Hämelerwald". Ein weiteres Vorkommen besteht am "Benther Berg". Hier wurde Anfang/Mitte der 1980er Jahre eine Wiederansiedlung des Laubfrosches vorgenommen.

Die Laubfroschlebensräume entsprachen überwiegend der "Flachland-Situation", d.h., es gab eine Vielzahl von Grünland-Kleingewässern, die bis in die 1960/70er Jahre überwiegend als Viehtränken genutzt wurden. Aufgrund der zumeist relativ geringen Gewässergröße verteilten sich die einzelnen Laichgesellschaften auf sehr viele Gewässer. Mit zunehmender Verfüllung, Grünlandumbruch etc., verschwanden die meisten Laubfrosch-Populationen relativ schnell (besonders in den 1960er bis 1970er Jahren) und konnten an den verbliebenen Gewässern nur in wenigen Bereichen bis heute überleben. Dies gelang ihnen nur dort, wo auch größere, für den Laubfrosch geeignete Gewässer, vorhanden waren. Nur diese größeren Gewässer konnten den Fortbestand gewährleisten, da nur hier eine ausreichende Reproduktion möglich war. Die verbliebenen Kleingewässer konnten diese Funktion aufgrund der verbliebenen geringen Kleingewässerzahl und anderer Negativfaktoren (z.B. Überdüngung, intensiver Biozideinsatz, Einsetzen von Fischen) nicht mehr erfüllen. Stellenweise überlebte der Laubfrosch auch in größeren Abbaugruben mit geeigneten Flachgewässern sowie in für Naturschutzzwecke angelegten "Amphibien-Schutz-Gewässern". Aufgrund dieser, mittlerweile eingetretenen "Hügelland-Situation", sind die verbliebenen Bestände gegenüber möglichen negativen Beeinträchtigungen sehr anfällig.




Abb.: Darstellung der Situation und Frag- mentierung der Laub- froschvorkommen um Hannover (Stand: 1991; verändert nach Jürging 1984; Manzke & Podloucky 1995; in der Darstellung nicht berücksichtigt sind die ehemaligen Vorkommen im nördlichen Leinetal, bei Fuhrberg im Nordosten, bei Idensen im Südwesten und im südlichen Deister sowie Leinetal).



Trotz bestehender Gesetze und stellenweise durchgeführter Biotop - Management - Maßnahmen - mit unterschiedlichen Ergebnissen (!) - sind die verbliebenen Populationen bedroht. Auch weisen die genannten, noch existierenden, Metapopulationen zum Teil starke Fragmentierungen und Verinselungen auf.

Aussterbedaten der einzelnen Laubfrosch-Populationen bei Hannover.

Aussterbe-Daten seit 1960:

  • 1960: Seelze, Benther Berg
  • 1965: Wedemark
  • 1975: Burgwedel
  • 1985: Stamstorfer Holz, Bockmer Holz
  • 1990: Isernhagen
  • 2005 ?: Hämelerwald
  • 2010 ?: Immensen - Arpke
  • 2015 ?: Ahltener Wald - Burgdorf
  • > 2020 ?: Langenhagen - Garbsen - Stöcken
  • Abb.: Aussterbe-Daten der einzelnen - bereits früher isolierten Populationen - unmittelbar um Hannover, sowie zu erwartende weitere Aussterbe-Ereignisse (Szenario ohne Hilfsmaßnahmen) (Stand: 2003).



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