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Die Amphibien der Region Hannover > Geburtshelferkröte

 
  Geburtshelferkröte
(Fesslerkröte, Glockenfrosch)

Alytes obstetricans

© Text: Uwe Manzke
© Abbildungen: Uwe Manzke, Bruno Scheel
© Rufaufnahmen: Natur & Text Verlag

 
 
 Status
 RL Niedersachsen (1994) 3
 RL Deutschland (2009) 3
 FFH-Anhang IV
 BNatSchG streng geschützt
 BArtSchV besonders geschützt










 

Verbreitung in Niedersachsen

Die Verbreitung der Geburtshelferkröte beschränkt sich auf das Weser-Leinebergland und den Harz im südöstlichen Niedersachsen. Die Geburtshelferkröte wurde auch im Hochharz in einer Höhe von 790 m üNN gefunden. Zum Teil wurden Tiere im niedersächsischen Tiefland ausgesetzt oder verschleppt. Die Geburtshelferkröte erreicht im südlichen Niedersachsen ihre nordöstliche Verbreitungsgrenze.

Vorkommen in der Region Hannover

In der Region Hannover ist die Geburtshelferkröte im südlich von Hannover gelegenen Deister und seinen Ausläufern zu finden. In der nördlichen "Hannoverschen-Moorgeest" fehlt die Art natürlicherweise. Dennoch hat sich eine, auf einer illegalen Aussetzung beruhende Population bei Langenhagen, seit Anfang der 1990er Jahre, bis heute halten können.

Lebensraum

Die Geburtshelferkröte lebt in den Laub- und Mischwäldern des Hügel- und Berglandes. Zum Teil sind sehr große Populationen in Steinbrüchen und Tongruben zu finden. Die Geburtshelferkröte setzt ihre Larven auch in Bächen und Kleinstgewässern, Quellsümpfen und Pfützen ab. Die Primärlebensräume, vor allem die Entwicklungsgewässer der Larven, sind in den ehemals natürlichen Bachauen mit ihren Überschwemmungs- flächen und Tümpeln zu vermuten. In einigen Gegenden kann die Geburtshelferkröte auch in menschlichen Siedlungsbereichen erfolgreich überleben. Aufgrund der unterschiedlichen Habitatpräferenz ist die Geburtshelferkröte (heutzutage) nur selten mit dem Laubfrosch vergesellschaftet.


Biologie und Ökologie

Die Geburtshelferkröte ist unser einziger heimischer Froschlurch mit Brutpflegeverhalten. Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von März bis in den Sommer (August). Die Paarung findet an Land statt, wobei die Eischnüre um die Hinterbeine des Männchens gewickelt werden (Schenkel/Hinterbeine = Fesseln = Fesslerkröte). Ein Männchen kann mehrere Laichschnüre von verschiedenen Weibchen tragen. Auch Weibchen pflanzen sich wohl mehrmals im Jahr fort. Die Eier der Geburtshelferkröte entwickeln sich bis zur Schlupfreife der Kaulquappen "im Trockenen" an den Hinterbeinen. Unmittelbar vor dem Schlupf sucht das bisher sehr versteckt lebende Männchen ein geeignetes Absetzgewässer auf und die Larven schlüpfen aus den Eiern. Die Larven entwickeln sich bis zum Herbst zu jungen Geburtshelferkröten. Die Geburtshelferkröte überwintert an Land. Einige Kaulquappen können auch im Wasser überwintern und fallen im folgenden Frühjahr durch ihre besondere Größe auf. Die äußerst melodischen und wohltönenden Rufe ("mit spitzen Lippen" und kurzen Pfiffen klingt es etwa, wie: ftdüy, vtedüü, vtedüü, ftdüy, ...) der Geburtshelferkröte (Glockenfrosch) - es rufen Männchen und Weibchen - sind bis in den Herbst zu hören. Die Tiere rufen am Tage und in der Nacht.

Artenschutz in der Region

Die Geburtshelferkröte ist stark gefährdet (und nicht: gefährdet). Dies trifft vor allem für die Populationen in den zumeist aufgelassenen, ehemaligen Steinbrüchen und Abbaugruben im Hügelland zu. Eine Erfassung der Vorkommen mit entsprechenden Vorschlägen zum Artenschutz und Biotopmanagement sollte in Verbindung einer Untersuchung zur Situation des Fadenmolches durchgeführt werden. Artenschutzmaßnahmen sind dringend erforderlich.

Gelbbauchunke  

 


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  Moorfroschmännchen © B. Scheel
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